In der Gestalt ihres eigenen Gottes
erscheint ihnen ihr Henker im Schatten des Schafottes.
Zum ersten Mal glauben sie, ihren Gott wirklich zu sichten,
der sie nicht erlöst, sondern fortfährt, sie hinzurichten.
Zum Blutgerüst hin verlassen sie nun das Verlies,
in törichtem Glauben an das nahe Paradies.
Den frühen Tod betrachten sie als von Gott bestimmt,
leicht verschmerzend, dass er ihnen ihre Leben nimmt.
Der nun hier steht, hat in ihren Augen ihre Welt geschöpft,
doch es ist nur der Scharfrichter, der sie nacheinander köpft.
Vermeintlich hat sich ihnen ihr Gott endlich gezeigt,
bevor jeder von ihnen in den Himmel aufsteigt.
Vom Kerker aus ziehen sie nun alle zum Schafott,
in törichtem Glauben an einen ausgedachten Gott.
Den frühen Tod betrachten sie als von Gott so ausgewählt;
für sie leicht verschmerzbar sind ihre Tage nun gezählt.
Für jeden enthaupteten Gläubigen, getötet durch das gewaltige Schwert,
eröffnen die noch nicht Hingerichteten ein regelrechtes Gebetskonzert.
Für jedes Gemeindemitglied, geköpft durch des Henkers gigantisches Beil,
halten sie seinen Tod unter frömmelndem Gebet für ein Gottesurteil.
Für das Haupt jedes Anhängers, abgeschlagen durch die Axt des Scharfrichters,
richten sie Gebete an die Gestalt ihres für ihren Schöpfer gehaltenen Vernichters.
Für den Kopf jedes Glaubensgenossen, abgetrennt durch das Fallbeil,
beten die noch Lebenden in Gottesfurcht für sein vermeintliches Seelenheil.