Das Kindel ward' ins Bett gebracht Die Mutter sprach das Nachtgebet Der Mond scheint gütig in der Nacht Ein zarter Wind durch's Fenster geht Die Nacht riecht so verheißungsvoll Nach Heidekraut und Ginster Das Kindel tut nicht, was es soll Es schlüpft hinaus zum Fenster Und es zieht so in die Ferne Und oben leuchten die Sterne Und das Kind will fliegen Durch das Reich der Nacht Über Felder und Wiesen Und der Wind streichelt es sacht Der Wind nimmt stetig zu Und steigert sich zum Brausen Das Kindel eilt dem Hause zu Schon beginnt's zu laufen Da fühlt es sich plötzlich Von kalten Krallen gepackt Oh weh!, es schreit ganz entsetzlich Hoch in die Luft trägt's der Nachtkrapp Und er zieht so in die Ferne Und oben leuchten die Sterne Und das Kind muss fliegen Durch das Reich der Nacht Über Felder und Wiesen Unter kalter Sterne Pracht Was klopft des nächtens an das Fenster? War nicht ein Heulen dort im Wind? Die Mutter glaubt nicht an Gespenster Doch stets vermeint sie, hört sie ihr Kind Doch das Kind muss fliegen Durch das Reich der Nacht Über Felder und Wiesen Unter der kalten Sterne Pracht