Ich wander' in Gedanken, auf Wegen, Pfaden, die abseits gelegen, fernab der Straßenfassaden, keine Schranken, keine Passanten, die durch Rauch- und Nebelschwaden wanken. Grenzen überschreiten mich, in ferne Weiten greife ich, und pflück' das Himmelsblau vom Weltenbaum, ersehntes Glück ziert Morgentau, weicht Stück für Stück dem Sorgengrau. "Wie viele Leben hat die Ewigkeit?", schallt es durch die hohen Wipfel- kronen. Es scheint, dass der auf Schwingen thront, hier ewig einsam weilt, daran zu brechen droht, und in Verstandes Klinge springend eilt. Doch meine Feder Flügelschlag währt fort, schweife, gleite hinab zu einer Lichtung, eine Quelle wurzelt dort, ringsherum schwebt Blütensaat Wellensturz ermordet Kummer, führt ihn zum Hügelgrab. Wo mein Geist schlummert, kennt der Tag keine Nacht, ein Frühlingssturm wütet karg, welk' Blattwerk küsset Erde sacht, bis der Hain erwacht und sich zum Scherbenmeer verwandelt. Lebensdurstig schöpf ich Kraft aus diesem mich umgebenden Gemäuer, des Phönix' sterbend Federmantel, entfacht des Königs höchste Macht, heilendes, funkelndes Feuer. Doch auch Gedanken verblassen, nur ein Wort reißt entzwei, sie nur mein Luftschloss zieht auf Wolken vorbei. So bersten jene Mauern Der Wind bricht in Stücke Augenlieder in Trümmern bedauern Steine verwehen die Sicht. Ein kühler Regenschauer prasselt auf den Asphalt nieder, in grauen Gassen lauert, was den Verstand ersticht.